Fotoprojekt

Fotoprojekt von Jugendlichen des Jugendzentrums Dudweiler, unter der Patenschaft des Design- und Fotounternehmens „twenty-dirt“. Das Projekt lief im Rahmen der zweiten Öffentlichkeitskampagne „Was habt ihr denn erwartet?“ (www.twenty-dirt.com)

Fotoprojekt

Jugendliche bei der Entstehung der Motive

Im Rahmen der zweiten Öffentlichkeitskampagne „Was habt ihr denn erwartet?“ stellten wir die Frage nach öffentlichen Vorurteilen gegenüber Jugendlichen. Die Lebensweltanalyse hat gezeigt, dass Jugendliche oft als störend, unverantwortlich und faul wahrgenommen werden, insbesondere wenn sie sich im öffentlichen Raum treffen und dort ihre Zeit verbringen.

Egal ob Zocken, Graffiti, Skateboard oder gelebte Jugendkultur, oftmals werden jugendspezifische Freizeitgestaltung und Lebenskultur vorverurteilt und pauschalisiert, nicht selten auch mit Vandalismus oder gar Kriminalität zusammen gebracht. Oftmals ohne jede Kenntnis der eigentlichen Sachlage.

Dieser Art von öffentlicher Vorverurteilung wollten wir mit der Kampagne entgegen wirken. Ziel war es, zum Nachdenken anzuregen und Jugendliche von verschiedenen Seiten ihrer Lebenswelt zu zeigen. Dabei ging es um Vielfältigkeit, Überraschung und die verschiedenen Facetten jugendlicher Lebenswelten. Eben nicht Anpassung an bestehende Normen und Werte, sondern die Pluralität und Vielschichtigkeit von Jugend sollte im Mittelpunkt stehen.

Warum nicht gleichzeitig eine Lehre zur Friseurin oder bei den Verkehrsbetrieben absolvieren und in der Freizeit Hip Hop tanzen oder Playstation zocken? Warum nicht gleichzeitig Graffiti sprühen und für Apple Werbespots drehen? Teils augenzwinkernd, teils aber auch der Realität entnommen ließen sich Jugendliche in verschiedenen Lebenssituationen oder Lebensträumen fotografieren.

Unterstützt wurden die Jugendlichen dabei von dem Diplom Designer Mark K. Kraemer von twenty-dirt. Gemeinsam mit ihm planten sie ihre individuellen Fotoshootings und wählten gemeinsam Thema und Location. Anschließend wurden sie in die weitere Bearbeitung der Fotos am PC und schließlich die Endauswahl und Fertigstellung der eigentlichen Plakate involviert. Dabei hatten sie ausgiebig Gelegenheit, sich aus erster Hand einen Eindruck vom Beruf des Designers und Mediengestalters zu machen.

Während manche Jugendliche realistische Lebenssituationen darstellen wollten, entschieden sich andere dafür, die Gelegenheit gleichzeitig zur Erkundung ihres Traumberufes zu nutzen, quasi als „Schnupper- Praktikum“ inklusive. Dieses Engagement wurde von allen Beteiligten wahrgenommen und honoriert, was sich für die Jugendlichen in der typisch saarländischen Disziplin des „Kontakte Schmiedens“ auszahlte.

So konnte ein Jugendlicher einen guten Eindruck beim Saarländischen Verkehrsverbund hinterlassen und wurde ermutigt, sich nach der Schule dort zu bewerben, während das Modeltalent in einem anderen Fall sogar so zu einem Job für eine Werbekampagne für Apple führte. In Sachen Teilhabe hat sich das Projekt für die Jugendlichen also mehr als gelohnt.

Fotoprojekt

Die fertigen Motive bildeten die Grundlage einer Plakatreihe, deren Motive als Wanderausstellung ausgestellt werden. Hier die fertigen Bilder:

plakat-schadrach-x-web

xenos-plakat-paulina-x-web

xenos-plakat-julian-x-web