Partizipationsebenen

basiert auf: Sturzenhecker B. (2003): Partizipation in der Offenen Jugendarbeit. In: BMFSFJ – Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.): Kiste – Bausteine für die Kinder- und Jugendbeteiligung, Entwicklung und Wissenschaftliche Leitung: Prof. W. Stange, FH Lüneburg – Forschungsstelle Kinderpolitik. Berlin: Infostelle Kinderpolitik des Deutschen Kinderhilfswerkes. Online: http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=5&cad=rja&uact=8&ved=0CE4QFjAE&url=http%3A%2F%2Fwww.invo.at%2Fdownloads%2Fwissen-theorie%2Fsturzenhecker&ei=6DqDU72HKIPwPM_FgLgJ&usg=AFQjCNENkw6-2S3dazZ0Zlv_UlGiHEU1kw&bvm=bv.67720277,d.ZWU [Datum des Zugriffs: 26.05.14]

Zeitumfang:
mittel

Material:
unterschiedlich

Beschreibung: Um sich als MitarbeiterIn im Jugendzentrum einen realistischen Eindruck vom Stand der Partizipation im Haus machen zu können, macht es Sinn dies systematisiert und schematisch zu tun.

Eine hierzu sehr gut geeignete Gliederung bietet Sturzenhecker. Er unterscheidet vier Ebenen, auf denen Partizipationsprozesse im Jugendzentrum stattfinden. So kann in kontinuierlichen Abständen das eigene Haus nach Partizipationsebenen beschrieben werden. Es wird sichtbar, wo eine Einrichtung gut aufgestellt ist und wo eventuell noch Handlungsbedarf liegen könnte.

Partizipation Ebenen

Partizipationsebenen nach Sturzenhecker

Beispiele für Partizipationsebenen im Jugendzentrum

Ebene der Individuen

Können einzelne Jugendliche ihre Interessen und Themen im Jugendzentrum nachkommen? Können musikbegeisterte Jugendliche im Jugendzentrum ihre Lieblingsmusik auflegen oder hören, werden ihnen darüber hinaus Möglichkeiten des Tanzens, Musizierens etc. geboten? Gibt es Raum für individuelle Probleme und Fragen? Werden diese erkannt und unterstützen die MitarbeiterInnen entsprechend? Sind Offenheit und Freiwilligkeit für alle BesucherInnen gleichsam verwirklicht? Werden einzelne Meinungen in der Gestaltung von Angeboten und Räumen berücksichtigt?

Ebene der Gruppen

Sind die im Juz ansgesiedelten Gruppierungen den MitarbeiterInnen bekannt, etwa durch ein aktuelles Cliquenratser? Sind interessenbezogen Angebote und Räume für alle Gruppierungen vorhanden? Dominieren bestimmte Gruppierungen in der Einrichtung? Sind die Mittel gerecht verteilt? Wird auch zahlenmäßig unterlegenen Gruppen entsprechend Beachtung zukommen gelassen? Erfahren die MitarbeiterInnen kontinuierlich von den aktuellen Bedürfnissen vershciedenr Cliquen im Haus?

Ebene der Einrichtung

Sind Dinge wie die Hausregeln oder die Budgetverteilung mit den aktuellen BesucherInnen gemeinsam erarbeitet oder beruhen sie allein auf Entscheidungen der MitarbeiterInnen bzw. vergangener Generationen von BesucherInnen? Sind organisatorische Dinge den Jugendlichen überhaupt bekannt? Entsteht die Monats- und Jahresplanung unter Mitwirkung der Jugendlichen? entsprechen Gestaltung und Nutzung der Räume den Bedürfnissen der aktuellen BesucherInnen?

Ebene der Kommune

Nehmen die Jugendlichen an kommunalen Entscheidungen teil, sofern sie davon betroffen sind? Kennen sie Möglichkeiten der Einflußnahme? Wie kann die Einrichtung im Sozialraum die Interessen der Jugendlcihen unterstützen? Ist es notwendig eine Lobby- Funktion einzunehmen? Wie können Jugendliche gezielt in politische Entscheidungen eingebunden werden?

Auf diesen Ebenen können die Prozesse in der Einrichtung nun getrennt voneinander analysiert werden. Hierzu sollte erst einmal schriftlich festgehalten werden was auf welcher Ebene bereits existiert und vor allem, wo Handlungsbedarf gesehen wird. Anschließend kann gemeinsam mit den Jugendlichen besprochen werden, wie man entsprechend tätig werden kann und möchte.

Erfahrungen:

Insbesondere in Kombination mit dem Stufenmodell der Partizipation erhält man ein sehr differenziertes Bild vom Stand der Partizipation innerhalb der eigenen Einrichtung. Das Stufenmodel kann auf jede Ebene getrennt angewendet werden. Gemeinsam mit der detailierten Beschreibung bereits existierender Möglichkeiten der Mitbestimmung traten oft völlig neue Einsichten auf, die meistens auch in entsprechende Handlungen gemündet sind. So konnten die MitarbeiterInnen sehr gut Handlungspotentiale für die eigene Einrichtung identifizieren.

Methoden, die sich für die Erhebung von Meinungen im Bereich der Einrichtung eignen, finden sich hier.

Methoden, die sich für die Erhebung von Mitbestimmungsbildern im Sozialraum eignen, finden sich hier.